31.05.2012

Summa cum laude

Mein Bruder ist jetzt ein Herr Doktor. Also kein Menschenreparateur, sondern ein PhD seines Fachgebiets. Summa cum laude, notabene. Ich natürlich stolz wie Anton. (Obwohl das ja eigentlich gar nicht geht, weil: habe nix dazu beigetragen. Aber halt trotzdem wahnsinnig stolz.)

Jedenfalls habe ich dann ein bisschen nachgedacht, weil: Bruder nicht einziger Doktor in der Familie (Menschenreparateur hat es auch noch (ebenfalls sehr stolz darauf (was ja ebenfalls nicht geht, weil auch hier nichts dazu beigetragen))). Äh, ja.

Jedenfalls, wenn man selber "nur" einen (thematisch banalen) FH-Abschluss hat (das war noch die Prae-Bologna-Ära) und Bildung für eine recht scharfe Sache hält, dann kommt man irgendwann zum Schluss, dass man unsexy ist. Vor allem, weil das gewählte Studium rückblickend ausserordentlich poppelig war. Fall von: Könnte ich nochmals von vorne anfangen, würde ich es anders machen. (Nur geht das halt nicht, weil mit einer 3 vorne dran (alterstechnisch) ist das Verfallsdatum für einen Neubeginn grundsätzlicher Art doch eher abgelaufen.)

Das geht jetzt hier ja überhaupt nicht um den Titel als solchen (nur geltungsgeile Ärsche wärmen sich ihr Gekröse an einer Bezeichnung). Sondern darum, auf einem Gebiet Exzellenz zu erreichen. Profundes, echtes Wissen zu haben. Diese Chance zu nutzen, wenn man sie schon hat.

Und das wiederum geht nur, wenn man weiss, dass man das Richtige tut. Sich mit seinem Gebiet identifiziert, seine Arbeit liebt, sie als gut und richtig und wichtig und sinnvoll erachtet. Und das ist mein Problem: Ich finde meine Tätigkeit in letzter Zeit furchtbar banal. Oberflächlich. Nichts, worauf ich richtig stolz sein kann.

Für die Motivation ist das dann halt nicht so gut. Drum muss ich da jetzt irgendwie was machen. 

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